Origami-Brunnen

Ok, um genau zu sein heißt er „Papyrusbrunnen“ und wurde der Stadt Mannheim im Jahre 1984 von der Zellstofffabrik Waldhof zu deren 100. Geburtstag gestiftet. Ein Produkt des mittlerweile in einem schwedischen Konzernverbund aufgegangenen Unternehmens kennt jeder: Zewa.

Gestaltet wurde der Brunnen vom Neustädter Bildhauer Gernot Rumpf. Die Darstellungen von Schiff und Wasserbombe im Kontext eines Origami-Brunnens haben mir besonders gefallen. Gerade auch insofern, als dass die Bombe in passenderweise selbst Wasser versprüht. Im Folgenden gibt es einige Bilder des Brunnens, dem ich wohl auch in Zukunft noch weitere Aufnahmen abringen muss.

Literaturliste des Workshops

Im Rahmen des nun schon fast eine Woche zurückliegenden Origami-Workshops, über den auch wasgehtkl.de berichtet hat, wurden unterschiedliche Origami-Bücher von mir vorgestellt. Hier nun für alle eine Liste der vorgestellten Bücher mit kurzen Kommentaren:

Generell ist zuvor wohl noch anzumerken, dass sich auf dem deutschen Markt erschreckend wenige und zudem meist noch hemmungslos überteuerte Werke finden. Natürlich gibt es Ausnahmen, dennoch besitze ich nur englischsprachige Literatur.

Einsteigerbücher

  • Favorite Animals in Origami, John Montroll
  • Birds in Origami, John Montroll

Diese beiden Bücher eignen sich perfekt für den ersten Kontakt mit Origami. Sie enthalten jeweils zwölf unterschiedliche Figuren mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Zu Beginn jeden Buches werden zudem noch die verwendeten Symbole erklärt. Mit einem Preis von 3,95$ definitv kein Fehlkauf.

Fortgeschrittene

  • Origami Insects and their Kin, Robert J. Lang

Robert Lang schreibt in der Einleitung selbst, dass die Modelle bei jeder Origami-Convention mit dem höchsten Schwierigkeitsrating versehen würden. Kann ich nur bestätigen. Trotzdem, oder gerade deshalb ein sehr interessantes Buch ohne Theorie mit 20 Modellen in über 1500 Diagrammen dargestellt. Enthält als letztes Modell einen wirklich schönen Skorpion.

Mir persönlich gefällt der Diagrammstil von Lang nicht ganz so gut wie der von Montroll, da ich ihn ab und zu verwirrender finde. Aber unter jedem Faltschritt stehen meist noch einige erhellende Erklärungen. Das Buch kostet 12,95$.

  • Advanced Origami, Michael G. LaFosse

Sehr schönes Buch, aber leider mit einem Preis von rund 18 € recht teuer. Zu Beginn des Buches wird auf die Papierherstellung, sowie das Zusammenkleben von Papier eingegangen. Auch der Schaffensprozess in dem eine Origamifigur ihr „Leben eingehaucht“ bekommt wird theoretisch betrachtet. Die Diagramme sind leicht verständlich, auch wenn es hier und da nicht einfach ist eine Figur „mit Leben“ zu falten.

Der Preis des Buches wird insgesamt durch die Aufmachung und den technisch/theoretischen Teil definitiv wieder wett gemacht.

  • Origami Tesselations, Eric Gjerde

Dieses Buch richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene. Es widmet sich einer Unterströmung des Origami, der „Mosaikfaltung“, oder „Tessellation“. Dabei faltet man meist zuerst ein Grundmuster (Dreiecke, oder Quadrate) in das Papier und manipuliert die Konstellation des Papiers dann nach bestimmten Regeln so, das beeindruckende mosaikähnliche Strukturen entstehen. Gerade mit Hinterleuchtung entfalten die Tessellations ihren Reiz.

Das Kapitel in dem die Grundlegenden Manipulationstechniken, oder eben Regeln vermittelt werden, hat mich nicht sonderlich begeistert, da ich die Diagramme sehr unübersichtlich und wenig hilfreich fand. Hat man sich aber da ersteinmal durchgekämpft, werden die einzelnen Techniken anhand von gut ausgewählten Beispielprojekten (diese wiederum sind verständlich und sehr erhellend erläutert) erneut eingeübt. Zusammenfassen finde ich es ein kaufenswertes Buch, da es bei den ersten Schritten und Ideen mit der Mosaikfaltung doch recht hilfreich ist.

Theorieorientierte Werke

  • Genuine Origami, Jun Maekawa

Das Buch kostet rund 25$ und enthält 43 mehr oder weniger hübsche Modelle. Generell ein sehr starker Kontrast zum Buch von M. LaFosse, da Maekawas Figuren „mathematically-based“ sind und das auch zu sehen ist. Meist eher kantig und abstrakt, vermitteln sie einen sehr unlebendigen Eindruck. Wobei auch das durchaus seinen Charme haben kann, wenn ein Fraktal gefaltet wird, oder eben der Teufel, für den Maekawa bekannt ist.

Interessant an diesem Buch ist, dass neben den Modellen auch immer häppchenweise Theorie mitgeliefert wird. Der „Nutzer“ des Buches soll also eine Figur falten und an ihr dann nach getaner Arbeit analysieren können, welche Theorie dem Getanen zugrunde liegt. Eine interessante Idee, weshalb ich das Buch auch all jenen empfehlen kann, die Spaß an Mathematik und einem „FH-orientierten“ Lehransatz haben.

  • Origami Design Secrets, Robert Lang

Dieses Buch ist mein ungebrochener Favorit. Es hat mir die Augen geöffnet, was alles mit Origami möglich ist und welche Theorie dem Design von Origami-Modellen zugrunde liegt. Mit fast 600 Seiten geballtem Wissen über die Zusammenhänge von Papierverbrauch eines Beines eines Origami-Insektes und dem Platzieren von Kreisen in einem Quadrat ist der Preis von 43 € zwar hoch, aber sehr gerechtfertigt.

Lang führt in neue Theorien und Vorgehensweisen stets detailliert, zuweilen auch humorvoll ein und wiederholt am Beginn jedes Folgekapitels hilfreich, was zuvor schon erarbeitet wurde. Am Ende jedes Kapitels finden sich zwei bis drei Faltanleitungen, aber ansonsten besteht das Buch aus Text, erläuternden Zeichnungen und Formeln (wobei der Formelanteil nicht erschlagend ist und man ihn nur benötigt, wenn man ihn tatsächlich haben will). Das komplexeste Modell im Buch ist eine Schwarzwälder Kuckucksuhr aus einem rechteckigen Stück Papier (216 Erklärungsschritte). Das Buch enthält einen Glossar für die eingeführten Begriffe, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis und ein kleines Kapitel mit ausschließlich Formeln.

Origami wird hier in einer sehr „universitären“ Art aufbereitet. Zuerst wird die Theorie besprochen und dann an wenigen praktischen Beispielen demonstriert. Wenn man dieses Buch gewissenhaft durchgearbeitet hat, sollte man definitiv dazu in der Lage sein, selbst komplexe Figuren zu entwerfen.

Dieses Buch empfehle ich jedem uneingeschränkt.

  • Geometric Folding Algorithms, Eric D. Demaine & Joseph O‘ Rourke

Das theoretischste der Bücher beschäftigt sich mit 1D, 2D und 3D Faltungen. In ein Kapitel habe ich mich bis jetzt ein Wenig eingelesen, weswegen ich leider noch keinen ausführlichen Kommentar über das Buch abgeben kann. Dennoch freue ich mich, dass ich es besitze.

Ausstellungsbände

  • Masters of Origami, Hatje Cantz Verlag

Sehr teurer, aber auch sehr schöner Ausstellungsband von gleichnamiger Origami-Ausstellung in der Schweiz im Jahre 2005. Sehr gerne wäre ich da gewesen, aber die Bilder sind auch schon umwerfend. Ich habe lange gezögert, es dann aber doch gekauft und es noch nicht bereut.

Origami-Workshop für Einsteiger

Am Donnerstag den 16. September werde ich einen Origami-Workshop im Japanischen Garten in Kaiserslautern geben. Der Workshop findet hoffentlich im Teehaus des Gartens statt. Zum einen wollte ich schon immer mal in dieses Teehaus und zum anderen ist die Atmosphäre dort bestimmt genau die richtige um entspannt mit ein paar Faltgrundlagen zu beginnen. Doch auch die Theorie wird nicht zu kurz kommen …

Der Workshop, Papier, sowie die Unterlagen zur Theorie,  werden vom AStA der Technischen Universität Kaiserslautern finanziell getragen. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Der AStA und ich freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer, auch Einsteiger sind gerne willkommen.

Kranichnetz im Rahmen

Kranichnetz aus 9 Kranichen, nassgefaltetDie Arbeit der letzten Nacht und von heute Morgen gibt es nebenstehend zu bewundern. Zugrunde liegt ein Schnittmuster aus einem japanischen Origamibuch aus dem 18. Jahrhundert.

In einem Quadrat werden zwölf Schnitte so angebracht, dass neun an den Ecken zusammenhängende kleinere Quadrate entstehen. Aus jedem einzelnen dieser Quadrate wird dann mit viel Vorsicht jeweils ein Kranich gefaltet. Das Exemplar im Vorliegenden Bild wurde nassgefaltet.

Das für die Kraniche verwendete Papier ist handgeschöpftes japanisches Washi-Papier. Im Hintergrund findet sich handgeschöpftes und bedrucktes nepalesisches Papier. Der 3D Rahmen wurde mithilfe eines konventionellen Bilderrahmens, Styropor und unbedrucktem weißem Washi-Papier realisiert. In Kürze gibt es Artikel dieser und anderer Art im Shop käuflich zu erwerben.

Weitere Bilder:

 

Kawasakirose mit Blatt

Nepalesisches, handgeschöpftes Papier, bedrucktSchon lange treibt mich die Kawasakirose um, zumal es eine Anleitung im Netz gibt, die bedauerlicherweise einen Fehler enthält.  Aber hier ist sie nun in voller Pracht. Und sogar mit Blatt. Gefaltet nach einer Anleitung, die mir auf dem Jahresreffen von Origami Deutschland e.V. in Berlin zuteil wurde. Das handgeschöpfte Papier kommt aus Nepal. Vielleicht sollte ich dabei noch erwähnen, dass sie nicht nassgefaltet ist. Für die weniger versierten Origamifreunde:

Nassfalten ist eine Technik, bei der man das zu faltenden Papier während des gesamten Faltprozesses feucht hält. Nach dem Falten lässt man das Papier in der Position/Figur, in der es sich gerade befindet trocknen. Dadurch entstehen lebendigere skulpturhaftere Figuren, da das Papier sich nicht wieder auf falten will. Die Technik des Nassfaltens wurde erstmals vom japanischen Origamigroßmeister Akira Yoshizawa angewendet.

Eine nassgefaltete Version kommt in Kürze.

Hallo Welt

„Schau mal, ich kann aus diesem Quadrat einen Kranich falten.“ Dieser Satz weckte meine Begeisterung und veränderte mein Leben.

Viele Figuren, Faltanleitungen und Papierquadrate später, ist meine Origami-Faszination ungebrochen, auch wenn sich die Herangehensweise geändert hat. War es zuerst nur das Nachfalten lebensähnlicher Tierfiguren, so widme ich mich mittlerweile vermehrt der Faltung abstrakter Dinge und Muster.  Mit zunehmender Faltdauer wurde auch die dem Figurenentwurf zugrunde liegende Theorie immer wichtiger, weshalb es auf dieser Seite sogar eine Kategorie gibt, die sich nur mit dieser Thematik auseinandersetzt.

Mein Ziel ist es, auch andere zu faszinieren. Sei es mit diesem Blog, mit Workshops oder im Rahmen anderer öffentlicher Veranstaltungen. Und wenn schon nicht fasziniert, dann doch wenigstens entzückt.

Die zeitgenössische Faltkunst ist  jung, es gibt noch viel zu tun, entwerfen und falten.