Miniworkshop in Indien

Im Januar verschlug es mich in den Süden Indiens. Neben den typischen Touristenzielen, hatte ich auch die Stadt Bijapur als eine Station meiner Reise auserkoren. Allerdings befindet sie sich so sehr im Nirgendwo, dass nur sehr wenige Ausländer ihren Weg dorthin finden. Was eigentlich schade ist, da es dort zum einen die zweitgrößte Kuppel der Welt (Gol Gumbaz) und zum anderen ein Grabmal (Ibrahim Rauza) zu bewundern gibt, das mit seinen filigranen Minaretten Modell für das Taj Mahal gestanden hat. Mir, als einem der wenigen Touristen, war es vergönnt, die volle Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen und zuweilen auch mit auf mich zu stürmenden Kinderhorden konfrontiert zu sein:

Indien: Rennende Kinder

Doch nicht nur das. Auf der zwölfstündigen Zugreise von Bijapur nach Mumbai wurde ich gebeten einen kleinen Origamiworkshop in unserem Abteil zu geben 🙂 Einer der beiden teilnehmenden Inder (insgesamt waren es drei Teilnehmer: zwei Inder und eine Dänin) hat mir dann auch den ersten Kranich, den er alleine falten konnte geschenkt.

Indien: Mini-Origami-Workshop

Jahrestreffen von Origami Deutschland 2012

Auch 2012 gibt es wieder ein Jahrestreffen von Origami Deutschland. Es findet vom 11.5. bis zum 13.5. in Schwäbisch Gmünd statt. International etablierte und renommierte Ehrengäste gibt es auch dieses Mal:

  1. Joseph Wu (Kannada)
  2. Paolo Bascetta (Italien)
  3. Heinz Strobl (Deutschland)

Also am Besten Mitglied von OD werden und für das gesamte Wochenende anmelden. Ich werde auf jeden Fall da sein (schon angemeldet) und werde ausführlich darüber berichten. Für diejenigen, denen der Hotelaufenthalt zu teuer ist, gibt es hier eine Übersicht über andere Übernachtungsmöglichkeiten, darunter auch ein Campingplatz.

Ach ja, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es auf den Jahrestreffen immer spannende Workshops, viel Austausch und erfreulich viele interessante Diskussionen übers Papierfalten gibt. Es lohnt sich also wirklich. 😉

Workshop in Mainz

Das Faltlabor hat in der letzten Zeit außerhalb der Forschungsarbeit schwer zu tun gehabt, aber es scheint absehbar, dass hier tatsächlich wieder etwas passiert. Die Zahl der auszuprobierenden Objekte steigt in der Zeit in der man nichts tut ja bekanntlich immens an, ja immer dann die Ideen sprudeln, wenn keine Möglichkeit zur Umsetzung bleibt. Hoffentlich noch vor Weihnachten wird die Rubrik selbst gefaltetes im Rahmen eines illuminativen Projektes Zuwachs erhalten.

Doch zuvor gibt es noch einen herrlich unweihnachtlichen Workshop in Mainz zu veranstalten. No Bascetta, no Fröbel … wir verlieren uns wie immer nicht im Basteluniversum des „hach ich kann ja so super nachfalten und bis deswegen so kreativ“-Universums, sondern werden auch die theoretischen Grundlagen hinter den Modellen ergründen. Ob man danach in Lage ist, selbst Objekte nach Wahl zu erschaffen, bleibt jedem selbst überlassen. Vielleicht benötigt es dafür dann doch noch ein Wenig Übung und vielleicht (aber auch nur ganz vielleicht) bedarf es auch noch paar Nachfaltungen zu Schulungszwecken.

Nachfalten ist selbstverständlich doch erlaubt, denken und selbst kreativ werden aber auch.

Im Rahmen des Workshops wird anhand von 4 unterschiedlichen in die Kunst des Papierfalten und ihrer traditionellen Ursprünge eingeführt. Angereichert wird das ganze durch die Geschichte des Origami und eine unerhört viel zu komplizierte Menge an unterhaltsamer Theorie. Blablabla:

Ort: gONZo loves you Laden, Hintere Bleiche 22, 55116 Mainz
Zeit: Sonntag den 12.12.2010 um 15 Uhr (Dauer: ~2 Studen)

Papier und Workshop-Material werden gestellt.

Literaturliste des Workshops

Im Rahmen des nun schon fast eine Woche zurückliegenden Origami-Workshops, über den auch wasgehtkl.de berichtet hat, wurden unterschiedliche Origami-Bücher von mir vorgestellt. Hier nun für alle eine Liste der vorgestellten Bücher mit kurzen Kommentaren:

Generell ist zuvor wohl noch anzumerken, dass sich auf dem deutschen Markt erschreckend wenige und zudem meist noch hemmungslos überteuerte Werke finden. Natürlich gibt es Ausnahmen, dennoch besitze ich nur englischsprachige Literatur.

Einsteigerbücher

  • Favorite Animals in Origami, John Montroll
  • Birds in Origami, John Montroll

Diese beiden Bücher eignen sich perfekt für den ersten Kontakt mit Origami. Sie enthalten jeweils zwölf unterschiedliche Figuren mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Zu Beginn jeden Buches werden zudem noch die verwendeten Symbole erklärt. Mit einem Preis von 3,95$ definitv kein Fehlkauf.

Fortgeschrittene

  • Origami Insects and their Kin, Robert J. Lang

Robert Lang schreibt in der Einleitung selbst, dass die Modelle bei jeder Origami-Convention mit dem höchsten Schwierigkeitsrating versehen würden. Kann ich nur bestätigen. Trotzdem, oder gerade deshalb ein sehr interessantes Buch ohne Theorie mit 20 Modellen in über 1500 Diagrammen dargestellt. Enthält als letztes Modell einen wirklich schönen Skorpion.

Mir persönlich gefällt der Diagrammstil von Lang nicht ganz so gut wie der von Montroll, da ich ihn ab und zu verwirrender finde. Aber unter jedem Faltschritt stehen meist noch einige erhellende Erklärungen. Das Buch kostet 12,95$.

  • Advanced Origami, Michael G. LaFosse

Sehr schönes Buch, aber leider mit einem Preis von rund 18 € recht teuer. Zu Beginn des Buches wird auf die Papierherstellung, sowie das Zusammenkleben von Papier eingegangen. Auch der Schaffensprozess in dem eine Origamifigur ihr „Leben eingehaucht“ bekommt wird theoretisch betrachtet. Die Diagramme sind leicht verständlich, auch wenn es hier und da nicht einfach ist eine Figur „mit Leben“ zu falten.

Der Preis des Buches wird insgesamt durch die Aufmachung und den technisch/theoretischen Teil definitiv wieder wett gemacht.

  • Origami Tesselations, Eric Gjerde

Dieses Buch richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene. Es widmet sich einer Unterströmung des Origami, der „Mosaikfaltung“, oder „Tessellation“. Dabei faltet man meist zuerst ein Grundmuster (Dreiecke, oder Quadrate) in das Papier und manipuliert die Konstellation des Papiers dann nach bestimmten Regeln so, das beeindruckende mosaikähnliche Strukturen entstehen. Gerade mit Hinterleuchtung entfalten die Tessellations ihren Reiz.

Das Kapitel in dem die Grundlegenden Manipulationstechniken, oder eben Regeln vermittelt werden, hat mich nicht sonderlich begeistert, da ich die Diagramme sehr unübersichtlich und wenig hilfreich fand. Hat man sich aber da ersteinmal durchgekämpft, werden die einzelnen Techniken anhand von gut ausgewählten Beispielprojekten (diese wiederum sind verständlich und sehr erhellend erläutert) erneut eingeübt. Zusammenfassen finde ich es ein kaufenswertes Buch, da es bei den ersten Schritten und Ideen mit der Mosaikfaltung doch recht hilfreich ist.

Theorieorientierte Werke

  • Genuine Origami, Jun Maekawa

Das Buch kostet rund 25$ und enthält 43 mehr oder weniger hübsche Modelle. Generell ein sehr starker Kontrast zum Buch von M. LaFosse, da Maekawas Figuren „mathematically-based“ sind und das auch zu sehen ist. Meist eher kantig und abstrakt, vermitteln sie einen sehr unlebendigen Eindruck. Wobei auch das durchaus seinen Charme haben kann, wenn ein Fraktal gefaltet wird, oder eben der Teufel, für den Maekawa bekannt ist.

Interessant an diesem Buch ist, dass neben den Modellen auch immer häppchenweise Theorie mitgeliefert wird. Der „Nutzer“ des Buches soll also eine Figur falten und an ihr dann nach getaner Arbeit analysieren können, welche Theorie dem Getanen zugrunde liegt. Eine interessante Idee, weshalb ich das Buch auch all jenen empfehlen kann, die Spaß an Mathematik und einem „FH-orientierten“ Lehransatz haben.

  • Origami Design Secrets, Robert Lang

Dieses Buch ist mein ungebrochener Favorit. Es hat mir die Augen geöffnet, was alles mit Origami möglich ist und welche Theorie dem Design von Origami-Modellen zugrunde liegt. Mit fast 600 Seiten geballtem Wissen über die Zusammenhänge von Papierverbrauch eines Beines eines Origami-Insektes und dem Platzieren von Kreisen in einem Quadrat ist der Preis von 43 € zwar hoch, aber sehr gerechtfertigt.

Lang führt in neue Theorien und Vorgehensweisen stets detailliert, zuweilen auch humorvoll ein und wiederholt am Beginn jedes Folgekapitels hilfreich, was zuvor schon erarbeitet wurde. Am Ende jedes Kapitels finden sich zwei bis drei Faltanleitungen, aber ansonsten besteht das Buch aus Text, erläuternden Zeichnungen und Formeln (wobei der Formelanteil nicht erschlagend ist und man ihn nur benötigt, wenn man ihn tatsächlich haben will). Das komplexeste Modell im Buch ist eine Schwarzwälder Kuckucksuhr aus einem rechteckigen Stück Papier (216 Erklärungsschritte). Das Buch enthält einen Glossar für die eingeführten Begriffe, ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis und ein kleines Kapitel mit ausschließlich Formeln.

Origami wird hier in einer sehr „universitären“ Art aufbereitet. Zuerst wird die Theorie besprochen und dann an wenigen praktischen Beispielen demonstriert. Wenn man dieses Buch gewissenhaft durchgearbeitet hat, sollte man definitiv dazu in der Lage sein, selbst komplexe Figuren zu entwerfen.

Dieses Buch empfehle ich jedem uneingeschränkt.

  • Geometric Folding Algorithms, Eric D. Demaine & Joseph O‘ Rourke

Das theoretischste der Bücher beschäftigt sich mit 1D, 2D und 3D Faltungen. In ein Kapitel habe ich mich bis jetzt ein Wenig eingelesen, weswegen ich leider noch keinen ausführlichen Kommentar über das Buch abgeben kann. Dennoch freue ich mich, dass ich es besitze.

Ausstellungsbände

  • Masters of Origami, Hatje Cantz Verlag

Sehr teurer, aber auch sehr schöner Ausstellungsband von gleichnamiger Origami-Ausstellung in der Schweiz im Jahre 2005. Sehr gerne wäre ich da gewesen, aber die Bilder sind auch schon umwerfend. Ich habe lange gezögert, es dann aber doch gekauft und es noch nicht bereut.

Origami-Workshop für Einsteiger

Am Donnerstag den 16. September werde ich einen Origami-Workshop im Japanischen Garten in Kaiserslautern geben. Der Workshop findet hoffentlich im Teehaus des Gartens statt. Zum einen wollte ich schon immer mal in dieses Teehaus und zum anderen ist die Atmosphäre dort bestimmt genau die richtige um entspannt mit ein paar Faltgrundlagen zu beginnen. Doch auch die Theorie wird nicht zu kurz kommen …

Der Workshop, Papier, sowie die Unterlagen zur Theorie,  werden vom AStA der Technischen Universität Kaiserslautern finanziell getragen. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Der AStA und ich freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer, auch Einsteiger sind gerne willkommen.