Gewinner des Kreativsonar 2018

Gewonnen! 🙂

Seit gestern Abend bin ich mit dem Faltlabor einer der fünf Preisträger des Kreativsonar Gründerwettbewerbs 2018. Ausgezeichnet wurden unternehmerische Ideen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft. In meinem Fall die Tessellation-Lampenschirme.

Sobald die Radunfalleinschränkungen wieder weg sind, werde ich fleißig am Webshop bauen, den angedachten Mustereditor weiterprogrammieren und die Schirmprototypen in das Endprodukt überführen. Passend zum Weihnachtsgeschäft wird dann alles startklar sein und ihr werdet mich auch auf dem ein oder anderen Designweihnachtsmarkt antreffen können.

Fotos: Kreativsonar/Kristina Schäfer

Schwisch

On the Water, under Water aus dem Jahr 1995. Auf den ersten Blick ein Schwan, auf den zweiten (von unter der Wasseroberfläche) ein Fisch. Kann der erste Eindruck eines Modells ausreichend sein um es zu erfassen, oder ist es notwendig den eigenen Blickwinkel zu hinterfragen, oder gar zu ändern?

Das Spiel mit neuen Konzepten scheint es Herman Van Goubergen besonders angetan zu haben. Der 1961 geborene Programmierer aus Belgien entwickelt in unregelmäßigen Abständen neue Figuren, die stets in spielerischer Art und Weise gängige Konventionen in Frage stellen und einen Einblick in seine aktuellen Ideen geben sollen.

Diese Herangehensweise führte ihn dann auch zur Teilnahme an unterschiedlichen Ausstellungen. So zum Beispiel der Masters of Origami (Salzburg, 2005) oder der Folding Paper: The Infinite Possibilities of Origami (Los Angeles, 2012).

 

Die Anleitung für das Modell gibt es unter anderem hier.

Papier + Plastik

Inspiriert von den Versuchen anderer, hat sich das Faltlabor an das Experiment gewagt, Schmuck zu fertigen. Selbstverständlich Origamischmuck.

Während auf anderen Seiten, wie z.B. Origamijewellery oder Origamibijou, Schmuck aus Metall, also eher Goldschmiedearbeiten angeboten werden, konzentriert sich das Faltlabor dieses Mal auf den Stoff, der Origami schon immer ausgemacht hat: das Papier.

Auch dort ist das Spektrum groß: Von einfachem Industriepapier, über Chiyogami und Washi, bis hin zu handgeschöpftem Papier aus Nepal, wurde mit unterschiedlichen Materialien und verschiedenen Modellen* experimentiert. Dabei lag der Fokus dieses Mal auf der Herstellung von Ohrringen. Natürlich gibt es auch ein Bild des Versuchsaufbaus:

Während der Arbeit

Auch wenn ich eigentlich ein Verfechter von wertigem, hangeschöpftem Papier bin, stellte sich heraus, dass kleinere Modelle (in diesem Fall die Kraniche) mit dünnerem und billigerem Industriepapier besser aussehen, bzw. eine filigranere Anmutung besitzen.
Sind die Figuren einmal gefaltet, gilt es sie zu fixieren um sie robust für den Gebrauch als Schmuck zu machen. Der weit verbreiteteste Ansatz hierfür ist, die Figuren mit mehreren Schichten Nagellack zu überziehen.
Für die hier gezeigten Ohrringe wurde allerdings eine andere Technik verwendet, bei der das Papier in flüssiges Plastik getaucht wird. Dieses Verfahren bringt zum einen eine höhere Robustheit mit sich und erzeugt zum anderen, abhängig von der Wahl des Papiers, interessante Transparenzen.

Wie interessant diese Effekte sind und ob die Ohrringe schön geworden sind, darf jeder ganz für sich anhand der nachfolgenden Galerie entscheiden.

 

*) Die Modelle sind im Einzelnen ein Schmetterling von M. LaFosse, ein Schmetterling von Faltlabor (als Variation des LaFosse-Schmetterlings), der traditionelle Kranich und ein Tesselation-Stern (in dieser speziellen Ausprägung von Faltlabor).

Kranichnetz im Rahmen

Kranichnetz aus 9 Kranichen, nassgefaltetDie Arbeit der letzten Nacht und von heute Morgen gibt es nebenstehend zu bewundern. Zugrunde liegt ein Schnittmuster aus einem japanischen Origamibuch aus dem 18. Jahrhundert.

In einem Quadrat werden zwölf Schnitte so angebracht, dass neun an den Ecken zusammenhängende kleinere Quadrate entstehen. Aus jedem einzelnen dieser Quadrate wird dann mit viel Vorsicht jeweils ein Kranich gefaltet. Das Exemplar im Vorliegenden Bild wurde nassgefaltet.

Das für die Kraniche verwendete Papier ist handgeschöpftes japanisches Washi-Papier. Im Hintergrund findet sich handgeschöpftes und bedrucktes nepalesisches Papier. Der 3D Rahmen wurde mithilfe eines konventionellen Bilderrahmens, Styropor und unbedrucktem weißem Washi-Papier realisiert. In Kürze gibt es Artikel dieser und anderer Art im Shop käuflich zu erwerben.

Weitere Bilder:

 

Kawasakirose mit Blatt

Nepalesisches, handgeschöpftes Papier, bedrucktSchon lange treibt mich die Kawasakirose um, zumal es eine Anleitung im Netz gibt, die bedauerlicherweise einen Fehler enthält.  Aber hier ist sie nun in voller Pracht. Und sogar mit Blatt. Gefaltet nach einer Anleitung, die mir auf dem Jahresreffen von Origami Deutschland e.V. in Berlin zuteil wurde. Das handgeschöpfte Papier kommt aus Nepal. Vielleicht sollte ich dabei noch erwähnen, dass sie nicht nassgefaltet ist. Für die weniger versierten Origamifreunde:

Nassfalten ist eine Technik, bei der man das zu faltenden Papier während des gesamten Faltprozesses feucht hält. Nach dem Falten lässt man das Papier in der Position/Figur, in der es sich gerade befindet trocknen. Dadurch entstehen lebendigere skulpturhaftere Figuren, da das Papier sich nicht wieder auf falten will. Die Technik des Nassfaltens wurde erstmals vom japanischen Origamigroßmeister Akira Yoshizawa angewendet.

Eine nassgefaltete Version kommt in Kürze.