Die Werkreihe Rokoan Projects beschäftigt sich mit einer Falt- und Schneidetechnik, die in Japan Ende des 18. Jahrhunderts erstmals schriftlich festgehalten wurde. Das Grundkonzept dieser Technik ist es, ein Stück Papier durch Einschneiden mehrerer Linien in kleine Quadrate zu unterteilen und aus diesen dann Kraniche* zu falten. Die im Rahmen von Rokoan Projects entstandenen und noch entstehenden Arbeiten setzen die Netze in einen neuen Kontext und erkunden davon ausgehend mögliche Spielarten.

Dabei spielt insbesondere der Passepartoutausschnitt der Objektrahmen eine wichtige Rolle. Seine Form ist eine Reminiszenz an das Ausgangsmaterial: Die Fläche und der Umriss des Ausschnitts entsprechen der des Papiers, aus dem die jeweiligen Kranichnetze gefaltet wurden. Mit jedem gefalteten Kranich verkürzt sich die Seitenlänge der Objekte, was im Verlauf des Prozesses (abhängig von der Anzahl der Kraniche) zu einer erkennbaren Verkleinerung des Umrisses führt.

Rokoan Projects 5X7.1 / F.2 / Fa.2 / K.2 / K.3 / Q.4
Gefaltetes Momigami Yuzen Washi, handgeschöpftes Papier aus Nepal, Kartonumrahmung, Stempelfarbe – 2013 Faltlabor (Matthias Wiebel)

* Es ist auch möglich andere Modelle zu falten, diese müssen jedoch gewissen Anforderungen genügen.

Alle Fotos (c) Daniel Panytsch.

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