27×37

Bei manchen Projekten ist es scheinbar wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten um sie umzusetzen. So also auch bei 27×37. Bei der letztjährigen Kunstwoche in Ramsthal entstand bei mir der Wunsch irgendwann einmal in den Räumlichkeiten des Vereins erLebenskunst arbeiten zu können. Vom 16. bis zum 24. Juli 2016 werde ich nun also genau das mit 27×37 beim Ramsthaler Kunstsymposium tun.

Form und Schatten

War ich schon bei den Schattenspielen von Herman Van Goubergens Modell On The Water, Under The Water aus dem Jahr 1995 begeistert, so komme ich nicht umhin, einen Artikel über die Werke der japanischen Künstlerin Kumi Yamashita zu schreiben. Ihre Arbeiten aus dem Bereich Light & Shadow beschreibt sie als Kombination des Materiellen mit dem Immateriellen. So formt sie laut eigener Aussage „Schatten mit Licht und manchmal Licht mit Schatten“. Dafür nimmt sie unterschiedliche Objekte, bearbeitet sie entsprechend und setzt sie dann in Bezug zu einer einzelnen Lichtquelle.

Besonders interessant waren da für mich natürlich die Arbeiten aus dem Bereich Origami, wo sie durch „simples“ Verkrumpeln von Papier beeindruckende Ergebnisse erzielt. Mit dieser Form der Umdeutung und Erweiterung der Modelle über das gefaltete Ergebnis hinaus, geht sie noch einen Schritt weiter als Van Goubergen. Sie schafft es, sich vom oftmals figürlichen und in sich abgeschlossenen Charakter von Origami zu emanzipieren. Das Gefaltete an sich tritt in den Hintergrund, zumal es bei diesen Modellen nichts Erkennbares darstellt, und kann erst im Zusammenspiel mit der Inszenierung seine eigentliche Wirkung entfalten.

Die Werke sind von 2011 und wurden von American Express in Auftrag gegeben.
Alle Fotos (c) Kumi Yamashita.

Schwisch

On the Water, under Water aus dem Jahr 1995. Auf den ersten Blick ein Schwan, auf den zweiten (von unter der Wasseroberfläche) ein Fisch. Kann der erste Eindruck eines Modells ausreichend sein um es zu erfassen, oder ist es notwendig den eigenen Blickwinkel zu hinterfragen, oder gar zu ändern?

Das Spiel mit neuen Konzepten scheint es Herman Van Goubergen besonders angetan zu haben. Der 1961 geborene Programmierer aus Belgien entwickelt in unregelmäßigen Abständen neue Figuren, die stets in spielerischer Art und Weise gängige Konventionen in Frage stellen und einen Einblick in seine aktuellen Ideen geben sollen.

Diese Herangehensweise führte ihn dann auch zur Teilnahme an unterschiedlichen Ausstellungen. So zum Beispiel der Masters of Origami (Salzburg, 2005) oder der Folding Paper: The Infinite Possibilities of Origami (Los Angeles, 2012).

 

Die Anleitung für das Modell gibt es unter anderem hier.

Burn baby, burn!

Brennendes Origami

Natürlich kann man bei diesen 2008 zustandegekommenen Bildern Worte über die Vergänglichkeit in der Kunst, geistige Reinigung oder die ganz unphönixhafte Transformation von makellosem Papier zu zerbrechlich-filigraner Asche verlieren. Stattdessen kann man sich aber auch einfach zurücklehnen und genießen:

Modelle von: Traditionell, Toshikazu Kawasaki, Robert Lang und John Montroll

KNL(P)-Dragon aus Bronze

KNL-Dragon aus Bronze auf Washi

Und schon wieder muss ich Fotografien von Werken des Finnen Tuomo Paananen veröffentlichen. Vor Weihnachten hat er mir drei Bronzerosen (Kawasaki) und einen ebenfalls aus Bronze gegossenen KNL(P)-Dragon* geschickt. Heute kam ich endlich einmal dazu, ihn gebührend zu „inszenieren“. Viel Spaß damit!

 

*) Selbstverständlich bleibe ich an dieser Stelle weder den Verweis auf den Autor des Modells, noch die Referenz auf den Ort der Veröffentlichung schuldig:
Der KNL-Drache ist eine Schöpfung des Origamidesigners Robert Lang. Um genau zu sein, ist er die Weiterentwicklung eines vor einigen Jahren sehr populären, allerdings aus mehreren Teilen zusammensetzten Modells. Dabei wurde ein Drachenkopf von Kunihiko Kasahara auf einen separat gefalteten Drachen von Robert Neale aufgesetzt und festgeklebt.
Diese designtechnisch nicht ganz saubere Erscheinung wurde unter dem Namen Kasahara-Neale Dragon dann aber doch ziemlich bekannt. Robert Lang hat sich in seinem Buch Origami Design Secrets dann der Sache angenommen und ein Einblatt-Design entworfen und vorgestellt, den KNL-Dragon (Kasahara-Neale-Lang).
Also, Design Secrets kaufen (das ist definitiv nie ein Fehler), nachfalten (das auch nicht) und … äh … nachgießen 😉