Es ist mir eine besondere Freude, die erste Faltanleitung für eine Faltlabor-Eigenkreation vorzustellen. Die PDF-Datei dazu gibts hier. Die Form des Vogels ist inspiriert von einem Modell, das Rick Beech in seinem Buch Action Origami im Jahre 2002 veröffentlicht hat.

Der Entwurfsprozess war in diesem Fall ein Brute-Force-Ansatz, bei dem so lange an einem Ende der Tischkarte systematisch verschieden Muster ausprobiert wurden, bis eines dann tatsächlich eine als Ausgangsposition erkennbare Papierkonstellation ergab. Das Ziel war also eigentlich entweder zu einer Art Froschbasis oder vorläufigem Falz zu kommen um von da aus weitere Schritte zu erdenken. Dass es dann tatsächlich die dem Flapping Bird ähnliche Form wurde, ist zum einen meiner Vorliebe für dieses Modell und zum anderen dem „systematischen“ Zufall zu verdanken.

Selbstverständlich kann man auch mit systematischem Basis- und Crease-Pattern-Design zum Erfolg kommen, aber in diesem Fall war mir auch der Genuss am fast schon meditativen „vor mich hin Probieren“ wichtig. Auch fand ich es spannend, die Grenzen dieses von vielen verwendeten Verfahrens für mich auszuloten.

Dass diese Grenzen manchmal auch ganz unerwarteter Natur sein können, beschreibt James Minoru Sakoda zum Beispiel in seinem 1969 in den USA erschienen Buch Modern Origami (dt. Origami – Die faszinierende Kunst des Papierfaltens), wenn er über die Art seines Entwurfsprozesses redet:

„Normalerweise ging ich so vor, dass ich nicht eine bestimmt Form anstrebte, sondern entlang vorhandener Faltungen weiter faltete, bis eine vertraute Form entstand. […] Manchmal brauchte es Jahre, bis eine Verbesserung erreicht war, und manchmal geschah dies dann, wenn ich vergessen hatte, wie ich zu der Form gekommen war.

 

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