Das grundlegende Gestaltungskonzept des Ensembles orientiert sich an korsagentypischer Schnürung. Sich gegeneinander drehende twists erinnern an Knöpfe oder Perlen, zwischen denen sich die Bänder spannen. Eine weitere Inspiration der Formgestaltung sind die kunstvoll verzierten, v-förmige „Stecker“, die im Barock vorne auf Korsetts gesteckt wurden. Sie dienten als schmückendes Element. Die Clutch greift das Muster der Korsage auf und vollendet es in Form komplett umlaufender Falze.

Die Korsage ist maßgefertigt. Der Schnitt wurde in leicht geänderter Form nach dem System von Müller & Sohn erstellt. Zunächst erfolgte das Zuschneiden, Nähen und Anprobieren des Unterbaus, wie es in der klassischen Maßschneiderei üblich ist. Sich daraus ergebende Änderungen wurden in den Schnitt übertragen und davon ausgehend die Größe und Ausrichtung der Tesselierung festgelegt.

Mit dieser Kombination aus Korsage und Clutch hat Korinna Eichelberger beim 14. Hessischen Gestaltungspreis teilgenommen. Aus 86 Beiträgen wurde das Abendensemble in die zum Wettbewerb gehörende Ausstellung aufgenommen. Die Ausstellung gastierte zuerst in  der Handwerkskammer Kassel, dann in der Villa Metzler in Frankfurt und vom 17. September bis 8. Oktober 2014 in der Handwerkskammer Wiesbaden. Passenderweise befand sich auch ein Armreif einer Kasseler Goldschmiedin in der Ausstellung, die das Konzept der Corrugation aufgreift. Also alles Origami und alle zufrieden.

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